Bild USB Typ-C Stecker

Datensicherung wird im privaten Alltag immer wichtiger: Wer seinen USB Stick sicher löschen möchte, muss im Vorfeld einiges beachten.

Die handelsüblichen 8, 16 oder 32 Gigabyte Speicherplatz aktueller USB-Sticks sind recht schnell ausgeschöpft. Ob Fotoalben, Filme oder Musik: Speicherfresser gibt es zuhauf. Um an neuen Speicherplatz für seine Daten zu kommen, bietet es sich an, nicht nur einzelne Dateien gezielt zu löschen, sondern den kompletten randvollen Stick scheinbar schnell und einfach zu formatieren.

Löschen mit der Formatieren-Funktion des Betriebssystems

Handelt es sich bei den Daten lediglich um Dokumente für private Nutzung, reicht in der Regel hierfür die normale „Formatieren“-Funktion des Betriebssystems, sei es Windows, MacOS oder ein *nix-Derivat, vollkommen aus. Vor der eigentlichen Formatierung kann in der Regel das gewünschte Dateisystem ausgewählt werden. Neben den moderneren Systemen NTFS und exFAT, die Dateigrößen über 4 GB unterstützen, bietet sich das ältere FAT32 für die Fälle an, in denen der USB-Stick an Geräten der Unterhaltungselektronik wie etwa Spielekonsolen oder Autoradios verwendet werden soll. Oft wird auch die Blockgröße sowie eine Option entweder zur “schnellen” oder zur “vollständigen” Formatierung zur Auswahl gestellt. Mehr Details zur Auswahl eines geeignetes Dateisystems und dem Einfluß von Blockgrößen auf die Transfer-Geschwindigkeit haben wir in separaten Artikeln zur Wahl eines geeigneten Betriebssystems und Schnellerer Datentransfer mit NTFS oder FAT32? zusammengestellt.

Alles gelöscht. Oder doch nicht?

Durch Verwendung dieser Formatieren-Funktion wird zunächst einmal alles vom Datenträger entfernt und das Dateisystem geordnet. Doch Vorsicht: Beim gewöhnlichen Löschvorgang auf einem Stick werden die Daten nicht tatsächlich gelöscht, sondern nur Platz zur erneuten Belegung freigegeben, indem die Einträge wo sich die Dateien auf dem Stick befinden aus dem Inhaltsverzeichnis entfernt und – im Falle der “vollständigen” Formatierung – zusätzlich alle Datenblöcke mit 0 (binär) überschrieben werden. „Papierkorb leeren“ ist also nur eine Worthülse. Handelsübliche Datenrettungssoftware wie die Freeware Recuva kann diese Dateien relativ einfach wiederherstellen. Befinden sich also sensible Daten auf dem Stick oder soll er an Dritte weitergegeben bzw. verkauft werden, sollte man darauf achten, dass eine etwas aufwendigere und dadurch sichere Löschung vorgenommen wird.

USB Sticks sicher löschen

Spezielle Tools können einen Flash-Datenträger mittels “Secure Erase” formatieren und in mehreren Vorgängen wieder und wieder mit zufälligen Zeichen überschreiben. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt etwa eine sechsfache Überschreibung. Die Eraser, Wiper oder Shredder genannte Software ist kostenlos verfügbar.

Alternativ gibt es kostenlose Verschlüsselungstools wie etwa 7-zip oder TrueCrypt und spezielle USB-Sticks, wie bspw. der Kingston DT Workspace, bieten eigene Verschlüsselungsfunktionen, die entweder per Software oder – noch sicherer – per Hardware gelöst sind. Unter der Annahme, daß die Verschlüsselung fehlerfrei und ohne Backdoor implementiert wurde, dürfen derlei geschützte Daten als hinreichend sicher betrachtet werden. Im Falle der vollständigen Datenverschlüsselung eines USB Sticks und einem hinreichend komplexen Passwort würde dann ein nachträgliches Löschen sogar entfallen können.

Als letzter und sicherster Schritt bleibt natürlich noch die Möglichkeit den USB Stick physikalisch zu zerstören. Viele handelsübliche Papier-Shredder bieten die Möglichkeit, zumindest CDs, DVDs und Blueray-Discs zu zerstören; für einen USB Stick sind diese Shredder jedoch ungeeignet. Einfach nur ein paar Mal mit dem Vorschlaghammer den Speicherstick bearbeiten, wird je nach Schutzklasse und Sicherheitsstufe der auf einem USB Stick enthaltenen Daten, auch nicht genügen. Die DIN 66399 zur Datenträgervernichtung gibt in Abhängigkeit der genannten Parameter die maximalen Partikelgrößen vor, in die ein Flash-Speicher zerlegt werden muß, um den entsprechenden Anforderungen zu genügen.