Der USB 3.0 Stick JumpDrive P10 von Lexar ist der Nachfolger zum ehemaligen Testsieger Lexar JumpDrive Triton. Kann der P10 in die Fußstapfen seines Vorgängers treten?

Ende März 2012 hatten wir den Lexar JumpDrive Triton USB 3.0 Stick im Test, der aufgrund seiner exzellenten Transfergeschwindigkeiten und dabei insbesondere der außerordentlich hohen Schreibrate seither unsere USB Stick Testsieger Liste anführte. Auf der CES Anfang 2013 hatte Lexar einen neuen Premium Speicherstick vorgestellt, den JumpDrive P10, der die Nachfolge des JumpDrive Triton antrat.

Lexar JumpDrive P10 USB 3.0
Eckdaten Lexar JumpDrive P10 • USB 3.0 • Modell LJDP10-32GCRBNA • Abmessungen 64×22.1×10 mm (LxBxH) • Gewicht 25g • Farbe silber/schwarz • einziehbarer Stecker • eingeschränkte lebenslange Garantie
Lesen 197 MB/Sek
Schreiben 110 MB/Sek

Da der P10 – rein äußerlich – exakt baugleich zum Triton ist, haben wir den P10 in unser Testlabor geholt, um zu sehen, ob Lexar Media noch einmal eine (Geschwindigkeits-)Schippe oben drauflegen konnte. Zumindest die Marketing-Aussage “Bis zu 265 MB/s Lesen und 245 MB/s Schreiben” bei den 32- und 64GB-Modellen lässt uns erwartungsvoll in den Test starten.

Verpackung und Lieferumfang
Lexar JumpDrive P10 USB 3.0 Da auch die Verpackung des JumpDrive P10 nahezu identisch zu der des JumpDrive Triton ist, fassen wir uns hier kurz: Der P10 wird in einer hochwertigen Kunststoff-Klarsichtbox geliefert. Der Stick selber ruht auf einem schwarzen Einsteckschuber. Die Verpackung ist zwar viel zu groß, sieht aber sehr wertig aus und lässt sich insbesondere leicht öffnen. Der Aufdruck hat sich im Vergleich zum Triton nur leicht verändert. Am auffälligsten ist dabei die Marketing-Aussage zu den erreichbaren Geschwindigkeiten von den bereits erwähnten bis zu 265 MB/s in lesender und 245 MB/s in schreibender Richtung. Auch der JumpDrive P10 wird, wie der JumpDrive Triton, mit einem kleinen schwarzen Befestigungsband geliefert.

Bauform und Handhabung
Aufgrund der Baugleichheit des P10 zum JumpDrive Triton liegt der P10 elegant und hochwertig in der Hand. Die Oberschale aus Hochglanz-Kunststoff wird von einem abgerundeten Aluminium-Korpus getragen. Der Stick in klassisch länglicher Bauform ist 6,4 cm lang, 4,2 cm breit und ca. 1 cm hoch und bringt 25 Gramm auf die Waage. Lexar JumpDrive Triton USB 3.0 Zur Benutzung fährt man den Stecker über einen auf der Oberseite angebrachten Schieber aus oder ein. Der Schiebemechanismus arbeitet zuverlässig und der Stecker rastet hörbar und sicher ein, allerdings dürfte das Aus- und Einfahren gerne ein wenig leichtgängiger sein. Die Betriebs-LED ist sehr geschickt im Schieber unter einem kleinen halbdurchsichtigen Kunstoff-Dreieck inegriert und leuchtet bzw. blinkt während des Betriebs in roter Farbe (beim JumpDrive Triton leuchtet sie hingegen weiß). Auf dem schwarzen Klavierlack der Oberseite ist am Fußende das Lexar Signet in weißen Buchstaben aufgedruckt. Zusätzlich ist unter dem Schieber die Kapazität des Sticks vermerkt. Passend zum mitgelieferten Befestigungsband gibt es eine entsprechende Öse an der metallischen Unterseite am Fußende des Sticks.

Messergebnisse zum Lexar JumpDrive P10
Jetzt wird es interessant. Der Vorgänger JumpDrive Triton wurde seinerzeit mit maximalen Geschwindigkeiten von 155R/150W MB/s vom Hersteller Lexar beworben. Der Nachfolger P10 soll tatsächlich in Regionen von bis zu 265R/245W MB/s vordringen können.

Die Messergebnisse aus unserem Test: An unserem handelsüblichen Medion Akoya PC schafften wir mit dem P10 am USB 3.0 Port in lesender Richtung (Atto-Benchmark) eine mittlere Transferrate von 197 MB/s und in schreibender Richtung durchschnittlich 110 MB/s. Ähnliche Werte lieferten CDM und HDTune Pro.

Leider sind diese Werte ziemlich weit von den “bis zu”-Angaben des Herstellers entfernt. Wie kann das sein? Wir haben versucht, den verwendeten Controller-Chip des P10 per Software zu ermitteln, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, konnten diesen aber nicht auslesen. Mit ein wenig Recherche haben wir einen Etron Technology EV266LH identifiziert. Im JumpDrive Triton werkelt hingegen ein Innostor IS902E Controller. Aber nicht nur die Controller sind verschieden, sondern auch das verwendete RAM. Während der ältere JumpDrive Triton mit hochpreisigen und sehr schnellen SLC (Single-Level-Cell) Flash-Speicherchips ausgestattet war, verwendet der JumpDrive P10 nun die günstigeren aber üblicherweise auch langsameren MLCs (Multi-Level-Cell).

Wenn Lexar also im P10 auf MLCs zurückgreifen kann und trotzdem rasend hohe Geschwindigkeiten verspricht, dann muß der neue Etron-Controller eine wahre Rakete sein. Bei allen Geschwindigkeitsmessungen gibt es auch immer ein Wechselspiel zwischen dem Controller-Chip im USB Stick und einem entsprechenden USB Controller nebst Treiber-Software auf der PC- oder Mac-Seite. Gut möglich, daß der P10 an einem anderen Rechner bessere Leistungsdaten aufweisen würde. Und vor dem Hintergrund, daß der P10 explizit für den Einsatz mit Windows 8 beworben wird, wäre unser Test noch einmal mit dieser Betriebssystem-Version interessant.

Lexar JumpDrive Triton USB 3.0 Mangels einer Win8-Installation machen wir zumindest die Gegenprobe mit einem MacBook Pro aktueller Generation mit SSD (Solid State Drive) und USB 3.0 Port. Eine Messung führen wir mit dem Blackmagic Disk Speed Test durch, eine Weitere mit dem Activity Monitor. Und es wird immer spannender, denn der Blackmagic Speed Disk Test weist eine durchschnittschliche Leserate von 168 MB/s während die mittlere Schreibrate laut dieses Tools bei enormen 195 MB/s liegen soll. Bei USB Sticks ist es eigentlich immer so, daß die Leserate – teilweise deutlich – über der Schreibrate liegt, so daß der hier umgekehrte Fall weiteren Anlass zum Grübeln gibt.

Die nächste Messung mit dem Activity Monitor ist sehr hemdsärmelig. Wir aktivieren das “Disk Activity” Tab und kopieren eine 10 GB Datei auf den Speicherstick. Dabei erreichen wir geradezu fantastische 222 MB/s in Schreibrichtung und kommen der Herstellerangabe von bis zu 245 MB/s zumindest schon einmal nahe. Aber auch hier schaffen wir es in lesender Richtung nicht über 170 MB/s wobei dieser Wert – genau wie bei der Messung mit dem Blackmagic Tool – unterhalb der Schreibrate liegt.

Unser Fazit zu den Messungen am USB 3.0 Anschluß: Beim Lexar JumpDrive P10 scheint es eine große Abhängigkeit zwischen Speicherstick und verwendetem Rechner zu geben, an dem der P10 zum Einsatz kommen soll. Zumindest haben wir aktuell keine andere Erklärung für das beobachtete Verhalten. Einen fehlerhaften Stick schließen wir wegen der am MacBook Pro gemessenen deutlich höheren Schreibraten aus. Möglicherweise kann der P10 seine volle Stärke auch nur unter Windows 8 gegebenenfalls in Kombination mit spezieller oder zumindest top-aktueller USB-Hardware auf der PC-Seite ausspielen. Dann könnte es aber sein, daß viele aktuelle Systeme beim P10 auf ein Schreib-/Lese-Niveau kommen, wie wir es mit unserem Standard-PC, dem Medion Akoya, gemessen haben.

Kapazitäten und Preise
Der Lexar JumpDrive P10 wird mit Kapazitäten von 16, 32, 64 und 128 GB angeboten. Das 16 GB Modell liegt aktuell bei einem Straßenpreis von etwa 40 €. Die größeren Varianten mit 32 GB, 64 GB und 128 GB bei jeweils ca. 60 €, 100 € und 200 €. Die Modellnummer des JumpDrive P10 ist nach dem Muster LJDP10-xxGCRBNA aufgebaut wobei xx für die Kapazität des Sticks steht. (Zum Vergleich JumpDrive Triton LJDNVxx-GCRBEU und xx aus {16, 32, 64}.)

Unser Fazit
Der Lexar JumpDrive P10 ist baugleich zum Vorgänger, dem JumpDrive Triton, und damit exzellent und wertig verarbeitet. Die in unserem Test am PC gemessenen Werte sind sehr gut, liegen aber weit unter den Herstellerangaben. Das ändert aber nichts daran, daß der P10 mit 197 MB/s lesend und 110 MB/s zur top Riege der aktuell erhältlichen USB 3.0 Speichersticks zählt. Insbesondere zeigen die Messungen am MacBook Pro, daß der P10 unter bestimmten Bedingungen in die Region der vom Hersteller genannten 265 MB/s lesend und 245 MB/s schreibend vorstoßen kann.

In Summe ist der JumpDrive P10 ein hervorragendes Stück mobiler Speichertechnik, das wir guten Gewissens empfehlen können.

Produktvideo des Herstellers
Lexar JumpDrive P10 USB 3.0