Ein ganz besonderer Speicherstick hat unser Testlabor erreicht: Wir testen das i-FlashDrive von PhotoFast als externe Speichererweiterung für iPhone, iPad und iPod touch.

i-FlashDrive von PhotoFast
Eckdaten i-FlashDrive • USB 2.0 • Abmessungen 68x35x10 mm (LxBxH) • Gewicht 11 g • Farbe weiß • Kapazitäten 8, 16, 32 GB • Anschlüsse USB 2.0 und iDock • MacOS 10.6+ / Win XP|Vista|7, Linux m. Universal USB Mass Storage Treiber
 
 
3.4 von 5 Sternen 3.4 von 5 Sternen bei 20 Kundenmeinungen

Soviel vorab: Das i-FlashDrive von PhotoFast ist kein USB Speicherstick in herkömmlichem Sinne. Seine Hauptfunktion ist die Erweiterung des iPhone-, iPad- oder iPod-Speichers um zusätzliche acht, 16 oder 32 Gigabyte Speicherplatz. Wir haben das i-FlashDrive getestet und zeigen Stärken und Schwächen dieser neuen (und einzigartigen) Speichererweiterung für Apples mobile Gerätewelt.

i-FlashDrive von PhotoFast Verpackung und Lieferumfang
Das i-FlashDrive wird in einer hochwertigen Klarsicht-Kunststoff-Verpackung geliefert, die Apple-Kenner bspw. vom iPod her kennen. Der Deckel ist mit mehreren Tesa-Klebepunkten fixiert, so daß das Unboxing mit wenigen Handgriffen erledigt ist. In der Verpackung befindet sich neben dem i-FlashDrive, bei unserem Testmuster mit acht Gigabyte Kapazität, noch eine mehrsprachige Kurzanleitung.

Schön zu sehen, daß elektronische Gadgets, statt in Blister-Verpackungen eingeschweißt, auch einmal anders ihren Weg zum Konsumenten finden können. Zwar ist die Kunststoffverpackung des i-FlashDrive auch nicht die umweltschonendste Variante, dafür setzt sie ihren Inhalt aber bestmöglich in Szene und ist vor allem wiederverwendbar.

Bauform und Handhabung
Das i-FlashDrive sieht wie ein flacher USB Stick aus, an dessen einem Ende sich ein typischer USB 2.0 Anschluß befindet und am anderen Ende ein iDock Anschluß. Beide Anschlüsse werden von durchsichtigen, gut sitzenden Plastikkappen geschützt. Das i-FlashDrive ist weiß mit verschiedenen anthrazit-farben aufgedruckten Informationen, von denen die Wichtigste die Speicherkapazität sein dürfte (8, 16 oder 32 GB).

i-FlashDrive von PhotoFast Der Stick ist an den 6,8 cm messenden Längskanten abgerundet und liegt bei einer Breite von 3,5 cm gut in der Hand. Ist der Stick eingesteckt, leuchtet eine LED an der Seite des USB Steckers dauerhaft blau. Bei Datentransfers vom und zum i-FlashDrive entlarvt sich die Multi-Colour-LED mit einem wahren Feuerwerk, in dem die Farben blinkend zwischen blau, lila und rot wechseln. Insgesamt macht das i-FlashDrive einen sehr wertig verarbeiteten Eindruck.

Nutzung des i-FlashDrive
Da das i-FlashDrive kein USB Stick im herkömmlichen Sinne ist, stehen die Transfergeschwindigkeiten nicht im Mittelpunkt unserer Untersuchung. Wir werden daher nur kurz auf die Messergebnisse am USB 2.0 Anschluß eingehen und dann ausführlich die Funktionalitäten und Anwendungsgebiete des FlashDrives diskutieren.

Hauptnutzen des i-FlashDrive ist die Erweiterung des internen Speichers von iPhone, iPad und iPod um zusätzlichen externen Speicher, auf dem Musik, Bilder, Videos und weitere Daten abgelegt werden können. Für Besitzer eines neuen iPhone 4S mit 64 GB eingebautem Speicher stehen die Chancen gut, daß sie ihre vollständige MP3-Sammlung auf dem iPhone unterbringen können. Aber Nutzer von iPhones (oder iPads/iPods), bei denen der interne Speicher knapp wird können enorm vom zusätzlichem Speicher, den das i-FlashDrive bereitstellt, profitieren.

i-FlashDrive von PhotoFast Zum Befüllen des i-FlashDrive wird es in einen freien USB Port von PC oder Mac gesteckt und dort als normales Wechselmedium erkannt. Die gewünschten Dateien, bspw. der Rest der MP3-Sammlung, der bisher nicht vollständig in den eingebauten Speicher von iPhone, iPad oder iPod passte, auf den Stick kopieren, Medium auswerfen, fertig. Kopiervorgänge vom Rechner zum i-FlashDrive brauchen ihre Zeit: Wir maßen schreibend im Mittel 2,6 MByte/Sek und lesend 5,4 MByte/Sek. Als Wechseldatenträger, um mal eben einen Videofilm von Rechner A auf Rechner B zu kopieren, scheidet das i-FlashDrive somit aus. Aber dafür ist das FlashDrive auch nicht gebaut. Stattdessen gehen wir vom “write once, read many” Anwendungsfall aus – also einmal Daten vom PC auf den Stick schreiben und dann, bspw. im Falle der genannten MP3-Sammlung, immer wieder an iPhone, iPad oder iPod hören.

i-FlashDrive App von PhotoFast Ist der Stick gefüllt, gilt es ihn nun am Apple-Gerät in Betrieb zu nehmen. Dazu stellt PhotoFast die kostenlose i-FlashDrive App im iTunes Store zur Verfügung. Ohne die geht nichts, aber mit ihr alles. :) Nach der Installation wird die App gestartet wobei es unerheblich ist, ob das i-FlashDrive mit dem iDock-Connector bereits vor dem Start am iPhone, iPad oder iPod eingesteckt wurde oder erst danach. Die App erkennt zuverlässig, ob der Stick verbunden ist und passt den HomeScreen entsprechend an.

i-FlashDrive von PhotoFast Besagter Homescreen ist übersichtlich gestaltet und besteht aus vier Menüpunkten: Contact Backup, Local Storage, External Storage und Dropbox. Ist das i-FlashDrive nicht eingesteckt, so werden die Punkte Contact Backup und External Storage ausgegraut dargestellt und sind nicht anwählbar.

Mit der Funktion Contact Backup lassen sich sehr komfortabel die Kontaktdaten des Apple-Adressbuchs auf dem i-FlashDrive sichern. Dabei könnte die Bedienung zur Datensicherung und wwiederherstellung nicht einfacher sein. Bei eingestecktem FlashDrive Stick zunächst den Menüpunkt Contact Backup und dort entweder “Backup” oder “Restore” wählen. Jedes Backup wird mit einem Zeitstempel versehen, i-FlashDrive von PhotoFast das erleichtert es im Falle einer nötigen Wiederherstellung den richtigen Datensatz auszuwählen. Als besonderer Clou können die Kontaktdaten zusätzlich als vCards exportiert werden (Button “Export vCard” unten links). Nach dem Export steht die *.vcf Datei auf dem i-FlashDrive im Verzeichnis “Contact Backup” zur weiteren Verwendung bereit. Zusätzlich auch die Backup-Datei(en), deren Inhalt man sich bspw. mit WinZIP ansehen kann, indem die Dateiendung in *.zip umbenannt wird.

i-FlashDrive von PhotoFast Die i-FlashDrive App verfügt über einen lokalen Speicherbereich, in dem alle Dateien gespeichert werden, die entweder manuell vom Stick oder der Dropbox (siehe unten) in diesen Local Storage kopiert wurden, um später ohne angeschlossenes i-FlashDrive darauf zugreifen zu können. Oder die dort automatisch von der App, bspw. während des Abspielens eines mp3-Songs oder vor dem Abspielen eines Videos, gespeichert wurden. Über den Menüpunkt Local Storage gelangt man auf eine Übersichtsseite, die die Unterordner Backup, Documents, Downloads, Misc, Movies sowie Photos zeigt. Die Ordner stehen weitestgehend zur freien Verfügung, um dort eigene Bilder, Musik, Videos etc. abzulegen. Im Backup-Ordner befinden sich die bereits beschriebenen Backups der Kontaktdaten. Alle von der App automatisch zwischengespeicherten Dateien landen automatisch im Download-Ordner aus dem sie dann an einen beliebigen anderen Ort verschieben werden können. Mit dem Edit-Button oben rechts ist es möglich einen oder mehrere Ordner oder Dateien zu markieren, um diese dann zu verschieben, zu kopieren oder zu löschen. Eine weitere Funktion zum Versenden per E-Mail steht ebenfalls zur Verfügung, dann aber nur für Dateien und nicht für Ordner.

Über den Menüpunkt External Storage erfolgt der direkte Zugriff auf die Inhalte des angesteckten i-FlashDrives. Nach Anwahl von External Storage wird zunächst eine Liste aller auf dem i-FlashDrive befindlichen Ordner und Dateien erstellt und diese dann angezeigt. MP3-Songs werden direkt vom i-i-FlashDrive von PhotoFast FlashDrive gestreamt und abgespielt. Nach Beenden der App durch Druck auf den Home-Button wird die Musik weiter abgespielt, allerdings nur, wenn sich die neueste iOS-Version 5 auf dem Gerät befindet (NB: wir haben ausschließlich mit einem iPhone 4 getestet). Mit iOS 4.3.2 stoppte die Musik, was lt. Hersteller auf einen Bug in Apples SDK zurückzuführen ist. Vereinzelt hatten wir auch Probleme nach dem Verlassen und Neustarten der App mit der Anzeige der Dateien im External Storage. Hier hilft es, das i-FlashDrive kurz abzuziehen und wieder anzustecken. Danach läuft alles wie erwartet.

Mit der Edit-Funktion (oben rechts) lassen sich Dateien und Ordner vom External Storage löschen oder in den Local Storage kopieren bzw. verschieben, wo sie dann auch ohne angestecktes i-FlashDrive abgespielt werden können. Wer allerdings sein Apple-Gerät bereits randvoll gefüllt hat, der wird auch keine weiteren Daten in den Local Storage der i-FlashDrive App speichern können. Schließlich muß sich die App den Speicher auf dem Gerät mit allen anderen Apps teilen.

Bilder werden vom i-FlashDrive zunächst ins Gerät übertragen (Local Storage » Downloads) und dann angezeigt. Das kann, je nach Größe des Bildes, etwas Zeit in Anspruch nehmen, da die iDock-Schnittstelle leider von Apple in ihrer Übertragungsgeschwindigkeit auf 100 KB/Sek beschränkt wird. Bilder bis 2 MB wurden dennoch gefühlt schnell geladen und angezeigt. Wir haben GIF, JPG, TIF, PNG und BMP Dateien unterschiedlicher Größe getestet und keine Probleme in der Darstellung feststellen können.

Beim Betrachten von Videos macht sich jedoch die Transferrestriktion am iDock-Connector bemerkbar. Da die Videos nicht gestreamt, sondern vor dem Betrachten zunächst auf das Apple-Gerät übertragen werden, kann der Kopiervorgang vom i-FlashDrive in den Local Storage bei Videos jenseits der 4-5 MB einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach dem abgeschlossenen Transfer eines etwa 25 MB großen Videos im MP4-Format wurde dieses jedoch tadellos abgespielt. Nicht unterstützte Formate, bspw. AVI-Dateien, werden durch ein Fragezeichen vor dem Dateinamen markiert. Die i-FlashDrive App unterstützt aber die “Öffnen in”-Funktion, d.h. die auf dem Stick abgespeicherten Dateien können mit ihrer Hilfe in anderen Apps geöffnet werden. Ist bspw. der GoodReader (für iPhone, für iPad) installiert, so könnte man eine PDF-Datei aus der i-FlashDrive App via “Öffnen in” direkt im GoodReader öffnen. Sehr praktisch.

i-FlashDrive von PhotoFast Hinter dem letzten Menüpunkt Dropbox verbirgt sich eine Zugangsmöglichkeit zum persönlichen Dropbox-Account. Nach Eingabe von Username und Password, was nur bei eingestecktem i-FlashDrive möglich ist, wird der Dropbox-Verzeichnisbaum angezeigt. Nun können Dateien aus der Dropbox angesehen oder zwischen Local Storage und Dropbox hin- und herkopiert oder geschoben werden. Damit lassen sich interessante Transfer-Szenarien gestalten, bspw. der Download einer Datei aus der Dropbox in den Local Storage, von dort in den External Storage und damit direkt auf das eingesteckte i-FlashDrive. Damit dürfte das i-FlashDrive die derzeit einzig erhältliche iPhone-, iPad- und iPod touch-Peripherie sein, mit der Daten von und auf einen externen Speicher kopiert werden können, ohne den Umweg über einen PC oder Mac nehmen zu müssen!

Kapazitäten und Preise
Das i-FlashDrive wird mit Kapazitäten von acht, 16 und 32 Gigabyte angeboten. Preislich liegt das i-FlashDrive im für Apple-Zubehör üblichen eher höheren Preissegment: Die 8 GB Variante schlägt mit etwa 75 € zu Buche, 16 GB für ca. 90 € und der 32 GB Bolide belastet mit ~145 € den Geldbeutel. Exklusiver Distributor für das i-FlashDrive in Deutschland ist Kaçmaz Entertainment, die unter i-flashdrive.de eine ganze Web-Site dem i-FlashDrive gewidmet haben und viele aktuelle Informationen bereitstellen. Das i-FlashDrive ist sowohl im eigenen Online-Shop auf i-flashdrive.de zu beziehen, als auch bspw. bei Conrad, Völkner oder Amazon.

Unser Fazit zum PhotoFast i-FlashDrive
Wir sind von der Idee des i-FlashDrive und den Möglichkeiten, die sich mit diesem Stück Hardware an iPhone, iPod touch oder iPad ergeben sehr angetan. Dabei erlaubt das i-FlashDrive Nutzungsszenarien, die bisher in der Apple-Welt nicht oder nur sehr begrenzt möglich waren. Dazu zählt vor allem die Möglichkeit, Dateien ohne den Umweg über einen PC oder Mac beliebig zwischen dem i-FlashDrive, Apple-Gerät und “der Cloud” (Dropbox) auszutauschen.

Die Geschwindigkeit am iDock-Connector ist ein kleiner Wermutstropfen aber in unseren Tests nur beim Betrachten von Video-Dateien negativ aufgefallen. Da die Restriktion auf Apple zurückzuführen ist, kann dem Hersteller PhotoFast hier nichts angelastet werden. Es bleibt zu hoffen, daß Apple beizeiten diese Einschränkung lockert. Auch USB-seitig ist das i-FlashDrive kein rasender Falke. Es ist aber davon auszugehen, daß größere Datenmengen – bspw. eine umfangreiche MP3-Sammlung – nur einmal geschrieben und dann immer wieder gehört bzw. genutzt werden, so daß die Anzahl der Schreibvorgänge überschaubar bleiben dürfte.

Einer unserer musikliebenden Redakteure kann die Finger nicht mehr vom i-FlashDrive lassen. Für ihn sind die acht Gigabyte des von uns getesteten Sticks die perfekte Ergänzung zu den randvoll gefüllten 16 GB seines iPod touch. Aber das i-FlashDrive empfiehlt sich nicht nur für audiophile Nutzer, denn einfach lassen sich iPhone, iPad oder iPod touch nicht mit zusätzlichem Speicher ausstatten. Die beschriebenen Szenarien für Datentransfers zusammen mit Kontakt-Backup, Dropbox-Zugang und den – bisher nicht gar nicht erwähnten – Features in Form eines Text Editor, Bildertransfers vom und ins native Adressbuch sowie eines Voice Recorder für Sprach-Memos ermöglichen Anwendungsfälle, die deutlich über eine simple Speichererweiterung hinausgehen.