Ein Mini-Computer genannt Cotton Candy (eng. Zuckerwatte) vom norwegischen Startup FXI ist derzeit in aller Munde. Aber warum eigentlich?

Cotton Candy von FXI Technologies Zugegeben: Ein vollwertiger Computer im Format eines etwas zu dick geratenen USB Sticks mit 1 GB Speicher, HDMI-Anschluß, microSD-Karten-Slot, WIFI, Bluetooth und umfangreichem Video-Codec-Support klingt imposant. Insb. vor dem Hintergrund, daß die Entwickler von FXI einen vollständigen Rechner auf die Fläche von gerade mal 8 cm x 2,5 cm gequetscht haben. Aber was soll man mit dem FXI Cotton Candy eigentlich anfangen?

Als schneller USB Stick scheidet er sicher aus, denn auch wenn der Cotton Candy via microSD Karte auf bis zu 64 GB Speicher ausgebaut werden kann, dürfte das Augenmerk bei der Entwicklung nicht auf rasende Geschwindigkeiten des USB 2.0 Anschlusses gelegt worden sein. Das kann man dem Stick aber auch nicht übel nehmen, denn er wird nicht als Speichstick launciert, sondern als “ideale Ergänzung für Smartphone, Tablet, Notebook und PC”.

Auf dem 1.2 GHz ARM-Prozessor werkelt Android 2.x als Betriebssystem. Alternativ kann Ubuntu (Linux) oder auch eine Virtualisierungslösung zum Einsatz kommen. Wird der Cotton Candy auf der einen Seite mit einem HDMI-fähigen Flachbildschirm verbunden und auf der anderen Seite über seinen USB 2.0 Anschluß mit Strom versorgt, fungiert er als mobiler Rechner, der per Bluetooth-Tastatur und -Maus bedient werden kann. So ist der Stick selber zwar sehr klein und mobil, aber die zur Bedienung zwingend nötige Bluetooth-Peripherie dürfte man i.d.R. nicht dabei haben. Abgesehen vielleicht vom Bluetooth-fähigen Smartphone, das eine rudimentäre Bedienung des FXI Sticks ermöglichen sollte. Die Situation verbessert sich an normalen PCs und Notebooks, deren Tastatur und Touchpad/Maus vom Cotton Candy mitgenutzt werden können.

Cotton Candy von FXI Technologies Zusätzlich berichtet netzwelt, daß dem Cotton Candy eine Google-Lizenzierung fehle, so daß er nicht auf den Android Market zugrifen kann. Das könnte eine empfindliche Einschränkung für den Fall darstellen, daß der Reiz des Zuckerwatten-Sticks möglicherweise in der Verfügbarkeit entsprechender Apps aus Googles Market Place liegt. Als alternative Befüllung böte sich, wie in einem Bericht von Golem zum FXI erwähnt wird, das sog. Sideloading, also das Befüllen des FXI Sticks über den microSD Port, an.

Noch befindet sich der Cotton Candy in der Entwicklung und die bisher verfügbaren Bilder zeigen einen Prototypen. Mit der Serienproduktion ist lt. FXI Technologies ab Mitte 2012 zu rechnen. Es bleibt abzuwarten, ob das Gerät bei einem Preis von “unter 200 Dollar” ausreichend viele – und vor allem sinnvolle – Anwendungsgebiete offenbart, um sich erfolgreich zu verkaufen.

[Update 28.02.2012] DiePresse.com berichtet von der Vorstellung des FXI Cotton Candy auf dem Mobile World Congress (MWC). Als Auslierferungstermin wird nun, konkreter als der o.g. Termin Mitte 2012, der März dieses Jahrs genannt. Die wohl nur in begrenzter Stückzahl verfügbaren Mini-Computer können bereits zum Preis von 189€ vorbestellt werden.